Antagonist. Hardcore made in NZ.

Wummernder Bass, GebrĂll und Geschrei, ganzkörpertĂtowierte Muskelprotze, Circle-Pit-Gerenne. Ich hatte es ja schon mal kurz erwĂhnt, ich war (vor inzwischen zwei Wochen) mal wieder auf nem Konzert. Antagonist. Hardcore made in New Zealand. Ă?ber die Vorbands möchte ich jetzt mal â?? ganz davon abgesehen, dass ich ihre Namen schon wieder vergessen habe â?? kein Wort verlieren. Wer die wahrscheinlich schlechteste jemals gespielte Cover-Version von Sepultura-Songs verbricht, verdient keine ErwĂhnung. So.

Oben beschriebenen Normalzustand eines jeden Hardcore-Konzertes muss ich allerdings auch noch mal relativieren â? Aber fangen wir mal von vorne an: Das Dumme an diesem Konzert war, dass ich absolut keine Ahnung hatte, wo es stattfinden sollte. Auf Antagonists MySpace Seite stand nur das Datum. Und der Ort: Auckland. Na super. Nach ein wenig Recherche hatte ich dann so etwas Ăhnliches wie eine Adresse rausbekommen: Te Pai Netball Hall, off Lincoln Road, West Auckland. Na also. Mit diesem Wissen ausgestattet, setzte ich mich mit den beiden finnischen MĂdels in ein Taxi, gab dem netten Herrn am Steuer die Adresse und es konnte los gehen. Blöd nur, dass A) ca. 90% der Taxifahrer in Auckland zwar seit mehr als 10 Jahren in ebendieser Stadt Leute umherkutschieren, aber auĂ?erhalb des Stadtzentrums absolut keine Ahnung haben, wie man denn wo hinkommt und B) die Lincoln Road eine verdammt lange StraĂ?e ist. Es war doch sehr amĂsant, wie der Taxifahrer bei Burger King auf dem Parkplatz hielt und mir dann bedeutete auszusteigen, um mal nach dem Weg zu fragen. Dort konnte man uns allerdings auch nicht weiterhelfen, also wollten wir nicht noch unbedingt mehr Geld verpulvern und haben uns dann weiter zu FuĂ? durchgeschlagen. Der nette TĂrsteher (Bittewas???) des nahegelegenen Liquor Stores konnte uns dann glĂcklicherweise weiterhelfen.
Und bald schon dröhnte uns ein bassiger Soundbrei aus einem komischen kleinen HĂuschen entgegen … die Te Pai Netball Hall. Das Clubheim irgendeines drittklassigen Sportclubs. Na ja. Egal. Reingehen, Musik hören, SpaĂ? haben war die Devise. Als wir drinnen waren, fĂhlten wir uns aber erst einmal schlagartig â? steinalt. Nicht nur das Publikum sah aus, als sollte es um diese Uhrzeit schon lĂngst im Bett liegen, auch die Musiker auf der BĂhne waren im Schnitt ca. 5 Jahre jĂnger als ich. Bitte was? Das sollten Antagonist sein? Neuseelands beste Hardcore-Band? Wir haben den Altersdurchschnitt dann doch ganz schön in die Höhe getrieben, glaub ich.
GlĂcklicherweise war das dann doch nur eine der Vorbands. Und als Antagonist auf die “BĂhne” kamen, erinnerte die ganze Veranstaltung â?? trotz notdĂrftig aufeinandergestapelter Tische und StĂhle, der nicht vorhandenen Trennung zwischen BĂhne und Zuschauerraum und dem Kindergarten um uns herum â?? dann doch noch an die im Anfangssatz beschriebene Szenerie. Hell Yeah! Und wir waren doch sehr erstaunt, wie krass die Kiddies abgingen â? als ich in dem Alter war (den jĂngsten Zuschauer wĂrde ich mal groĂ?zĂgig auf 13 schĂtzen), hab ich mich nicht mitten in irgendwelche Moshpits reingestĂrzt. Damals bin ich ja noch nicht mal auf Konzerte gegangen.
Antagonist
Aber jetzt mal zur Hauptsache: Der Musik. Antagonist spielen halt tumben Bollo-Hardcore, den man schon tausendmal so oder so Ăhnlich gehört hat. Machten ihre Sache aber doch recht gut, muss ich sagen. Und es tat auch irgendwie mal wieder gut, so was zu hören. Auch wenn der Nacken am nĂchsten Morgen schmerzte, als wĂre ein Zug drĂber gefahren â? aber das könnte auch mit dem weiteren Verlauf dieses Abends zu tun gehabt haben â? ;-)

Der Moshpit-Kindergarten

Und hier gibts den Rest der Fotos …