das Ende des Blogging-â??Wahnsâ???

So ein Quatsch. Das Thema geistert zwar schon seit ein paar Tagen in der ein oder anderen Form durch die “BlogosphÀre” (kann man das nicht irgendwie anders nennen? GrÀssliches Wort …), aber ich als “Nachwuchs-Blogger” muss jetzt auch noch mal meinen Senf dazu geben.

Ja ja, ich weiss, dass das die meisten Leser hier zwar mal absolut null interessiert, aber anyway … NatÌrlich schreibe ich eigentlich Ìber mein Auslandssemester etc., aber das heiĂ?t ja nicht, dass ich ausschlieĂ?lich darÌber schreiben muss, oder? Es gibt schlieĂ?lich auch noch andere spannende Themen. So wie WebZwoNull zum Beispiel. (dessen ich mich ja auch höchstwahrscheinlich in meiner Bachelor-Thesis widmen werde, by the way …)

Also … wo war ich stehen geblieben? Ach ja: Werbung in und mit Blogs ist pfui, Geld Verdienen durchs Bloggen sowieso und fÌr Unternehmen sind Blogs herausgeschmissenes Geld.
Ergo: Der â??Blogging-Wahnâ?? geht zu Ende. Und eine ganze Generation armer, unschuldiger, knuddeliger Blog-Tiere wird in den Tod gerissen (… sorry, da ist meine Fantasie wohl mal wieder etwas mit mir durchgegangen)

Aber ist das wirklich so?

Nein. 
Werbung (zumindest in Form von Google Ads) gab es doch auch schon zu Beginn des “Blogging-Wahns”, oder etwa nicht? Zumindest seitdem ich anfing, mich mit Blogs und Web 2.0 allgemein zu beschÀftigen.
Und wenn einige Leute mit dem, was sie schreiben, Geld verdienen wollen, warum nicht? Vielleicht verÀndert sich das, was einige Leute “BlogospÀhre” nennen … aber hier geht nichts zu Ende. Diese â??SphÀreâ?? verÀndert sich mit den Menschen, aus der sie besteht. Genau so, wie sich das Medium der SphÀre, das Internet, auch verÀndert … vom â??altenâ?? Web zum â??neuenâ?? Web 2.0 (aber waren einige dieser â??neuenâ?? AnsÀtze nicht schon von Beginn an vorhanden?) und schlieĂ?lich zum Web 3.0 … oder etwas ganz Anderem? Wie auch immer … VerÀnderung, gleich welcher Form, kann man nicht aufhalten.
Und wie kann etwas zu Ende gehen, dass die â??altenâ?? Medien anscheinend immer noch nicht richtig verstanden haben? Oder vielleicht auch (noch) gar nicht verstehen wollen? (Um es kleinreden zu können?)
Ich sehe nur, dass sich das, was sich selbst BlogosphÀre nennt, momentan selbst zerfleischt und schlecht redet.
Ein Kodex muss her? Bitte was? NatÌrlich sollte â?? wie in den klassischen Medien â?? eine Unterscheidung statt finden zwischen redaktionellem Inhalt und Werbung.

SOLLTE.

Einige Blogger sind stolz darauf, dass in (Teilen der) BlogosphÀre (noch? Odervielleicht doch schon nicht mehr?) diese Unterscheidung gemacht werden kann. Aber seien wir mal ehrlich: In Zeitungen und Zeitschriften ist beides schon seit langem vermischt, auf â??klassischenâ?? Webseiten wird oft auch nicht mehr unterschieden (bestes Beispiel: bild.t-online.de, ganz bewusst ohne Link), und in Blogs (auĂ?er in denen der â??wahrhaftigenâ?? Blogger) wird es Ìber kurz oder lang auch so kommen … ist Mundpropaganda nicht auch eine Form von Werbung? User generated Conten? Was ist denn, wenn jemand begeistert Ìber [beliebiges Produkt bitte hier einsetzen] schreibt? Wenn er nicht dafÌr bezahlt wird, findet die BlogosphÀre das ok. Wenn allerdings Geld flieĂ?t … Pfui … muss man das verstehen?

NatÌrlich sollte ein Unterschied gemacht werden zwischen privaten und Corporate Blogs, keine Frage. Hinter beiden steckt ja auch eine ganz andere Intention.

Vielleicht haben sich â?? wie die SÌddeutsche schreibt (Link siehe oben) â?? Corporate-Blogs noch nicht etabliert. Gut. NOCH nicht. Ich glaube allerdings, wenn es richtig gemacht wird, kann so etwas wunderbar funktionieren … siehe Horst SchlÀmmer und VW. Wie auch der Werbeblogger schreibt: Solche Sachen machen nur Sinn, wenn sie gut geschrieben und interessant sind. Authentisch? Kommt drauf an, was man darunter versteht … ein gut geschriebenes Blog, das authentisch wirkt und dessen HintermÀnner nicht auffliegen, wÌrde meiner Meinung nach genau so erfolgreich/beliebt/whatever sein, wie eines, das wirklich authentisch ist.
Vielleicht lassen sich die Effekte, die ein Corporate-Blog hat, nicht in Verkaufszahlen messen. Aber einen Image-Gewinn und eine Steigerung seines Bekanntheitsgrades erzielt man mit so etwas auf jeden Fall. (Auch wenn Letzteres bei VW jetzt vielleicht nicht unbedingt soooo nötig war, um bei obigem Beispiel zu bleiben).

Aber wie auch immer … die klassischen Medien stÌrzen sich inzwischen auf das Thema Web 2.0 und langsam (ganz langsam) scheint es auch in der breiten Masse der Bevölkerung anzukommen. Auch wenn Verwirrung darÌber herrscht, was das denn jetzt alles genau ist, wie man damit umgehen soll, und welche Auswirkungen das alles noch haben wird (BÌrgerjorunalismus?).

Vielleicht auch ein interessantes Thema fÌr meine Bachelor-Thesis: Wie die klassischen Medien mit deWeb 2.0 umgehen. Oder Internet-User mit den Web-Angeboten der klassischen Medien. Oder so.

Ich werde jedenfalls weiterbloggen … das taten einige Leute ja schlieĂ?lich auch schon, bevor das Wort â??bloggenâ?? erfunden wurde (also langsam kann ich das Wort auch nicht mehr sehen). Es kann also gar nichts zu Ende gehen. Es wird immer Leute wie mich geben, die â??Internet-TagebÌcherâ?? (noch schlimmer als Blogs, und zudem noch eine völlig unzureichende Beschreibung) schreiben werden. Um mit Freunden am anderen Ende der Welt zu kommunizieren. Andere an seinen Gedanken und Erlebnissen teilhaben zu lassen. Diskussionen anzuregen. Gedanken anzustoĂ?en.
Also: Was auch passiert. Selbst WENN der â??Blogging-Wahnâ?? (gibt es den denn wirklich? In Deutschland doch bisher nur in kleinen Teilen der Gesellschaft, wenn Ìberhaupt) zu Ende geht: Ich werde weiterschreiben. Ă?ber mein Auslandssemester. Ă?ber Neuseeland. Und auch Ìber Blogs. Und WebZwoNull. Und so.
Aber nu genug fÌr heute. Ich geh rÌber zum Torsten. Um das Wochenende zu planen. Den Trip nach Coromandel … (ich erwÀhne das eigenltich nur, um zum Abschluss noch mal etwas fÌr meine Stammleserschaft loszuwerden … bevor sich wieder jemand beschwert.)

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